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05
Mai

Ein Opernhaus, ein Opernhaus…

Quelle: www.kazakov.de/santiago-calatrava.htmlDa hat es den Ratsparteien des Atem verschlagen. Die Kulturverwaltung hatte wieder mal Zahlen mitgeteilt. Allein 36 Millionen soll das Operprovisorium kosten, was während der dreijährigen Modernisierung des alten Opernhauses als Spielstätte dienen soll. Düsseldorf hat ein solches Provisorium nur 1,9 Millionen Euro gekostet. Die Modernisierung der alten Oper am Offenbachplatz wird weitere 231 Millionen Euro an reinen Baukosten - was immer das heißt - kosten.

Da man mittlerweile Erfahrung mit den Rechenkünstlern aus dem Kulturamt hat, ist schlimmes zu befürchten. Die Modernisierungkosten eines Zweckbau aus den 50ger Jahren sind fließend. Manche sehen schon, daß sich die Kosten wie beim U-Bahnbau glatt verdoppeln könnten. Im besten Fall hätte Köln im Jahre 2014 eine für teures Geld umgebaute Muffbude allerdings auf dem neuesten technischen Stand.

Doch einen richtigen großen Wurf wagt die Kölner Politik nicht. Das wäre ein Neubau der Oper an anderer Stelle dieser Stadt, beispielsweise auf dem Deutzer Kirmesgelände oder auf dem Ebertplatz. Beides wäre machbar. Eine weltweite Preisausschreibung für einen Entwurf, Auswahl eines Entwurfs, Ausschreiben und Loslegen mit dem Bau. Hierzu ist die Kölner Politik jedoch nicht fähig. Ob SPD, CDU, FDP, Linke oder Grüne: Man verzettelt sich schon bei kleinsten Problemen. Umgesetzt wird letztlich das was die Verwaltung vorschlägt.

Tatsächlich würde ein Neubau der Oper an anderer Stelle auch zu politischem Sprengstoff führen. Was machen mit dem Gelände des alten Opernhaus. Ein riesiges Filetstück mitten in Köln. Die Sache könnte man nicht wie beim Gelände des Polizeipräsidium auf ewige Zeit vertagen. Und eine ansatzweise gute Idee war von den Ratsmitgliedern bei der Diskussion Modernisierung oder Neubau nicht zu hören.

Das Kulturamt wird die Sache noch mal nachrechen, das Provisorium wird auf den Papier 10 Millionen Euro billiger und wir werden uns mit der modernisierten fünfziger Jahre Oper zufriedengeben, obwohl für gleiches Geld ein archtektonisches Highlight als Opernhaus zu bekommen gewesen wäre.

aber wie sagt man noch: die können eben nur klein klein.

Ps: Oben sehen Sie: Palau de les Arts Reina Sofía - Oper und Musikpalast mit vier Sälen auf 37.000 m² Gesamtfläche; die Baukosten betrugen 300 Mio. €. Das Opernhaus wurde am 25. Oktober 2006 eröffnet.

Weitere Informationen: http://www.kazakov.de/santiago-calatrava.html