Archive for the 'Umweltschutz' Category

01
Jun

Oh bella napoli - 1000 Mülltransporte quer durch Köln

Die Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidenten Köln laufen noch. Beantragt sind die Verbrennung von 25.000 Tonnen Müll aus Neapel. Die Betreiber der AVG rechnen mit 20.000 Tonnen, die aus Neapel ankommen und in der Kölner Müllverbrennungsanlage verarbeitet werden.

Einen Haken hat die Sache, wie die Kölnische Rundschau berichtet. An den Gleisen der AVG fehlen Kräne, die in der Lage sind, Seecontainer zu entladen. Deshalb soll der Müll in Kalk ausgeladen werden und dann quer durch die Stadt nach Niehl zur Verbrennung transportiert werden. Je Fahrt können 20 Tonnen transportiert werden. Macht mindestens 1.000 Mülltransporte quer durch Köln. Da es sich nicht um frischen, sondern um Monate alten Müll handelt, werden die Anwohner entlang der Transportstrecke Freude an den südländischen Gerüchen haben.

Fraglich bleibt allerdings, aus welchem Grunde die AVG nicht kurzfristig mobile Kräne etwa bei der Firma Colonia anmietet und so das Müllproblem vor Ort löst. Ist wahrscheinlich zu einfach.

06
Mai

Umweltzone

Da sitzt ich doch vorgestern morgen im 4cani oder genauer draußen vor dem 4cani, freue mich des schönen Wetters und trink einen Kaffee. Köln ist seit dem 1.Januar 2008 Umweltzone. Das hatten die Grünen, Roten, Schwarzen und weiß der Teufel wer noch so beschlossen. Stinker raus aus der Stadt lautete das Motto.

Damals dachte ich: Eigentlich eine gute Idee. Saubere Luft in der Stadt. Hab mir dann auch eine Plakette für 5,50 € zugelegt und sogar eine Grüne Umweltplakette bekommen. Mit meinem Wagen darf ich also bis zum Sankt Nimmerleinstag durch Umweltzonen in Köln und anderswo fahren.

Doch Pustekuchen mit frischer Luft. Als erstes sägt eine Vespa die Ehrenstraße lang und hinterläßt den unnachahmlichen Gestank eines Zweitakter, der sich auch noch minutenlang hält.

Als sich der Gestank dann gelegt hat, hält ein LKW mit Kühlaggregat. Restaurants werden auch am Sonntag beliefert. Motor aus, Ladetür auf, das Kühlaggregat springt an und verbreitet einen Dieselgestank wie ein alter Wehrmacht-LKW.

Noch bevor ich tiefer über Sinn und Unsinn der Umweltzone nachdenken kann, knattert so eine Art Wernermotorrad mit einem unbeschreiblichen Sound - einer Mischung aus Höllenmaschine und Presslufthammer - an mir vorbei. Getankt hat der offenbar so was wie Äther. Wieder geht eine Wolke durch die Straße, an der nur Rennsportfans Freude haben können.

Was soll das für eine Umweltzone sein? Hier stinkt jeder rum, wie er will. Die Stinker sollten doch aus der Stadt verbannt werden!

Vespas brauchen keine Umweltplakette.

Kühlaggregate brauchen auch keine Plakette.

Und Wernermotorräder schon gar nicht.

Verstehen tue ich das ganze nicht, also forsche ich im Internet nach und stoße auf auf einen Wust von Bestimmungen, vor allem Ausnahmeregelungen. Nicht einheitliche, nein das wäre zu einfach, für jede Umweltzone können weitere eigene Bestimmungen gelten. Der Wust von Ausnahmeregeln reicht aus jeden wirklichen Stinker von der Plakettenpflicht zu befreien.

Gut hat mich die Plakette nur 5,50 € gekostet. Bei etwa 41 Millionen Fahrzeugen in Deutschland kostet das volkswirtschaftlich schlappe 200 Millionen und zwar nicht für die Umwelt, sondern für de Katz. Die Luft wird nicht besser, weil ja fast jedes vierrädrige Fahrzeug die Plakette bekommt und die anderen keine brauchen.

Eins steht für mich fest: Die Bezeichnung “Umweltzone” ist so falsch, wie wenn man einen Schlachthof als Tierschutzverein bezeichnen wollte. Geschützt wird nicht die Umwelt; sondern die politische Einstellung der Schöpfer der Umweltplakette und deren gläubigen Gefolgsleuten.

Umweltschutz muß wirkungsvoller möglich sein !