Archive for the 'Gesellschaft' Category

20
Mai

Demokratie auf Ehrenfelder Art

Wie die Kölner Rundschau heute berichtet, fand im Bezirksrathaus Ehrenfeld gestern eine Sitzung der Bezirksvertretung statt. SPD, CDU und Grüne  wollten Gericht halten über Kölns Stadtfeind Nr. 1 Jörg Uckermann. Dieser war nicht nur einem Rauswurf aus der CDU durch Austritt zuvorgekommen, sondern auch noch unter Mitnahme seines Mandates der Rechtspartei Pro Köln beigetreten.

Thema sollte eine Aktuelle Stunde zu den Vorgängen auf einer Veranstaltung der Pro Köln Partei einige Tage zuvor sein. Eine junge Frau hatte gegen Jörg Uckermann eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Der soll ihr bei einem Tumult in den Unterleib getreten haben, was Uckermann wiederum heftigst bestreitet. Angesichts dieser unterschiedlichen Sachdarstellungen war Streit vorprogramiert. Wollte doch die Mehrheit der Bezirksvertretung gleich Nägel mit Köpfen machen und ProKöln Fraktionsvorsitzenden Uckermann und seine Parteifreunde ganz aus dem Gebäude des Bezirksrathaus verbannen.

So hatte denn SPD-Bezirksvorsteher Josef Wirges vorsorglich einen privaten Sicherheitsdienst und die Kölner Polizei einbestellt. Das Ganze kam wie es bei einem Tribunal mit voreingenommenen Richter kommen muß, Uckermann fühlte sich zu Unrecht angegriffen, es folgten Beschimpfungen, Wortenzug und förmlicher Rausschmiß aus dem Saal von Uckermann.  Der private Wachdienst versagte kläglich. Erst die bereitstehende Polizei konnte Uckermann bewegen den den Saal zu verlassen.

Ich frage mich, was Josef Wirges damit bezweckt, eine solches Tribunal veranstalten zu wollen. Es ist Sache der Justiz die Schuld eines Jörg Uckermann festzustellen. Sollte das ganze politisches Kalkül sein, um ProKöln und Uckermann in die Ecke der Kriminellen zu stellen, sollte man aufpassen, daß das Ganze nicht ins Gegenteil umschlägt. Proköln und Jörg Uckermann könnten dann von solch undemokratischem und wenig rechtstaatlichen Umgang profitieren.

06
Mai

Umweltzone

Da sitzt ich doch vorgestern morgen im 4cani oder genauer draußen vor dem 4cani, freue mich des schönen Wetters und trink einen Kaffee. Köln ist seit dem 1.Januar 2008 Umweltzone. Das hatten die Grünen, Roten, Schwarzen und weiß der Teufel wer noch so beschlossen. Stinker raus aus der Stadt lautete das Motto.

Damals dachte ich: Eigentlich eine gute Idee. Saubere Luft in der Stadt. Hab mir dann auch eine Plakette für 5,50 € zugelegt und sogar eine Grüne Umweltplakette bekommen. Mit meinem Wagen darf ich also bis zum Sankt Nimmerleinstag durch Umweltzonen in Köln und anderswo fahren.

Doch Pustekuchen mit frischer Luft. Als erstes sägt eine Vespa die Ehrenstraße lang und hinterläßt den unnachahmlichen Gestank eines Zweitakter, der sich auch noch minutenlang hält.

Als sich der Gestank dann gelegt hat, hält ein LKW mit Kühlaggregat. Restaurants werden auch am Sonntag beliefert. Motor aus, Ladetür auf, das Kühlaggregat springt an und verbreitet einen Dieselgestank wie ein alter Wehrmacht-LKW.

Noch bevor ich tiefer über Sinn und Unsinn der Umweltzone nachdenken kann, knattert so eine Art Wernermotorrad mit einem unbeschreiblichen Sound - einer Mischung aus Höllenmaschine und Presslufthammer - an mir vorbei. Getankt hat der offenbar so was wie Äther. Wieder geht eine Wolke durch die Straße, an der nur Rennsportfans Freude haben können.

Was soll das für eine Umweltzone sein? Hier stinkt jeder rum, wie er will. Die Stinker sollten doch aus der Stadt verbannt werden!

Vespas brauchen keine Umweltplakette.

Kühlaggregate brauchen auch keine Plakette.

Und Wernermotorräder schon gar nicht.

Verstehen tue ich das ganze nicht, also forsche ich im Internet nach und stoße auf auf einen Wust von Bestimmungen, vor allem Ausnahmeregelungen. Nicht einheitliche, nein das wäre zu einfach, für jede Umweltzone können weitere eigene Bestimmungen gelten. Der Wust von Ausnahmeregeln reicht aus jeden wirklichen Stinker von der Plakettenpflicht zu befreien.

Gut hat mich die Plakette nur 5,50 € gekostet. Bei etwa 41 Millionen Fahrzeugen in Deutschland kostet das volkswirtschaftlich schlappe 200 Millionen und zwar nicht für die Umwelt, sondern für de Katz. Die Luft wird nicht besser, weil ja fast jedes vierrädrige Fahrzeug die Plakette bekommt und die anderen keine brauchen.

Eins steht für mich fest: Die Bezeichnung “Umweltzone” ist so falsch, wie wenn man einen Schlachthof als Tierschutzverein bezeichnen wollte. Geschützt wird nicht die Umwelt; sondern die politische Einstellung der Schöpfer der Umweltplakette und deren gläubigen Gefolgsleuten.

Umweltschutz muß wirkungsvoller möglich sein !

05
Mai

Charity in Köln

Charlotte Feindt hatte einmal mehr handschriftlich zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung eingeladen. Die Kölner “creme de la creme” traf sich im Excelsior - Hotel Ernst, eingeladen, nicht nur um in den Mai zu tanzen, sondern vor allem um Spenden für den “Förderverein Herzzentrum der Universität Köln“ zu sammeln. Eine Kölner Charity Partie.

“80 ausgewählte Professoren, Unternehmer, Erben und Selfmade-Millionäre gaben sich die Ehre und spendeten mehr als 8000 Euro”, berichtet der Kölner Express in seinem Artikel: So tanzte die feine Gesellschaft in den Mai

8000 € sind für den Verein sicher eine nette Summe. Für Kölns “creme de la creme”sind dies aber gerade mal schlappe 100 Euro pro Nase.

Hallo Professoren, Unternehmer, Erben und Selfmade-Millionäre:

Schämt Ihr Euch nicht oder zählt ihr Euch schon zum verarmenden Mittelstand?