Archive for Mai, 2008

20
Mai

Demokratie auf Ehrenfelder Art

Wie die Kölner Rundschau heute berichtet, fand im Bezirksrathaus Ehrenfeld gestern eine Sitzung der Bezirksvertretung statt. SPD, CDU und Grüne  wollten Gericht halten über Kölns Stadtfeind Nr. 1 Jörg Uckermann. Dieser war nicht nur einem Rauswurf aus der CDU durch Austritt zuvorgekommen, sondern auch noch unter Mitnahme seines Mandates der Rechtspartei Pro Köln beigetreten.

Thema sollte eine Aktuelle Stunde zu den Vorgängen auf einer Veranstaltung der Pro Köln Partei einige Tage zuvor sein. Eine junge Frau hatte gegen Jörg Uckermann eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Der soll ihr bei einem Tumult in den Unterleib getreten haben, was Uckermann wiederum heftigst bestreitet. Angesichts dieser unterschiedlichen Sachdarstellungen war Streit vorprogramiert. Wollte doch die Mehrheit der Bezirksvertretung gleich Nägel mit Köpfen machen und ProKöln Fraktionsvorsitzenden Uckermann und seine Parteifreunde ganz aus dem Gebäude des Bezirksrathaus verbannen.

So hatte denn SPD-Bezirksvorsteher Josef Wirges vorsorglich einen privaten Sicherheitsdienst und die Kölner Polizei einbestellt. Das Ganze kam wie es bei einem Tribunal mit voreingenommenen Richter kommen muß, Uckermann fühlte sich zu Unrecht angegriffen, es folgten Beschimpfungen, Wortenzug und förmlicher Rausschmiß aus dem Saal von Uckermann.  Der private Wachdienst versagte kläglich. Erst die bereitstehende Polizei konnte Uckermann bewegen den den Saal zu verlassen.

Ich frage mich, was Josef Wirges damit bezweckt, eine solches Tribunal veranstalten zu wollen. Es ist Sache der Justiz die Schuld eines Jörg Uckermann festzustellen. Sollte das ganze politisches Kalkül sein, um ProKöln und Uckermann in die Ecke der Kriminellen zu stellen, sollte man aufpassen, daß das Ganze nicht ins Gegenteil umschlägt. Proköln und Jörg Uckermann könnten dann von solch undemokratischem und wenig rechtstaatlichen Umgang profitieren.

06
Mai

Umweltzone

Da sitzt ich doch vorgestern morgen im 4cani oder genauer draußen vor dem 4cani, freue mich des schönen Wetters und trink einen Kaffee. Köln ist seit dem 1.Januar 2008 Umweltzone. Das hatten die Grünen, Roten, Schwarzen und weiß der Teufel wer noch so beschlossen. Stinker raus aus der Stadt lautete das Motto.

Damals dachte ich: Eigentlich eine gute Idee. Saubere Luft in der Stadt. Hab mir dann auch eine Plakette für 5,50 € zugelegt und sogar eine Grüne Umweltplakette bekommen. Mit meinem Wagen darf ich also bis zum Sankt Nimmerleinstag durch Umweltzonen in Köln und anderswo fahren.

Doch Pustekuchen mit frischer Luft. Als erstes sägt eine Vespa die Ehrenstraße lang und hinterläßt den unnachahmlichen Gestank eines Zweitakter, der sich auch noch minutenlang hält.

Als sich der Gestank dann gelegt hat, hält ein LKW mit Kühlaggregat. Restaurants werden auch am Sonntag beliefert. Motor aus, Ladetür auf, das Kühlaggregat springt an und verbreitet einen Dieselgestank wie ein alter Wehrmacht-LKW.

Noch bevor ich tiefer über Sinn und Unsinn der Umweltzone nachdenken kann, knattert so eine Art Wernermotorrad mit einem unbeschreiblichen Sound - einer Mischung aus Höllenmaschine und Presslufthammer - an mir vorbei. Getankt hat der offenbar so was wie Äther. Wieder geht eine Wolke durch die Straße, an der nur Rennsportfans Freude haben können.

Was soll das für eine Umweltzone sein? Hier stinkt jeder rum, wie er will. Die Stinker sollten doch aus der Stadt verbannt werden!

Vespas brauchen keine Umweltplakette.

Kühlaggregate brauchen auch keine Plakette.

Und Wernermotorräder schon gar nicht.

Verstehen tue ich das ganze nicht, also forsche ich im Internet nach und stoße auf auf einen Wust von Bestimmungen, vor allem Ausnahmeregelungen. Nicht einheitliche, nein das wäre zu einfach, für jede Umweltzone können weitere eigene Bestimmungen gelten. Der Wust von Ausnahmeregeln reicht aus jeden wirklichen Stinker von der Plakettenpflicht zu befreien.

Gut hat mich die Plakette nur 5,50 € gekostet. Bei etwa 41 Millionen Fahrzeugen in Deutschland kostet das volkswirtschaftlich schlappe 200 Millionen und zwar nicht für die Umwelt, sondern für de Katz. Die Luft wird nicht besser, weil ja fast jedes vierrädrige Fahrzeug die Plakette bekommt und die anderen keine brauchen.

Eins steht für mich fest: Die Bezeichnung “Umweltzone” ist so falsch, wie wenn man einen Schlachthof als Tierschutzverein bezeichnen wollte. Geschützt wird nicht die Umwelt; sondern die politische Einstellung der Schöpfer der Umweltplakette und deren gläubigen Gefolgsleuten.

Umweltschutz muß wirkungsvoller möglich sein !

05
Mai

Ein Opernhaus, ein Opernhaus…

Quelle: www.kazakov.de/santiago-calatrava.htmlDa hat es den Ratsparteien des Atem verschlagen. Die Kulturverwaltung hatte wieder mal Zahlen mitgeteilt. Allein 36 Millionen soll das Operprovisorium kosten, was während der dreijährigen Modernisierung des alten Opernhauses als Spielstätte dienen soll. Düsseldorf hat ein solches Provisorium nur 1,9 Millionen Euro gekostet. Die Modernisierung der alten Oper am Offenbachplatz wird weitere 231 Millionen Euro an reinen Baukosten - was immer das heißt - kosten.

Da man mittlerweile Erfahrung mit den Rechenkünstlern aus dem Kulturamt hat, ist schlimmes zu befürchten. Die Modernisierungkosten eines Zweckbau aus den 50ger Jahren sind fließend. Manche sehen schon, daß sich die Kosten wie beim U-Bahnbau glatt verdoppeln könnten. Im besten Fall hätte Köln im Jahre 2014 eine für teures Geld umgebaute Muffbude allerdings auf dem neuesten technischen Stand.

Doch einen richtigen großen Wurf wagt die Kölner Politik nicht. Das wäre ein Neubau der Oper an anderer Stelle dieser Stadt, beispielsweise auf dem Deutzer Kirmesgelände oder auf dem Ebertplatz. Beides wäre machbar. Eine weltweite Preisausschreibung für einen Entwurf, Auswahl eines Entwurfs, Ausschreiben und Loslegen mit dem Bau. Hierzu ist die Kölner Politik jedoch nicht fähig. Ob SPD, CDU, FDP, Linke oder Grüne: Man verzettelt sich schon bei kleinsten Problemen. Umgesetzt wird letztlich das was die Verwaltung vorschlägt.

Tatsächlich würde ein Neubau der Oper an anderer Stelle auch zu politischem Sprengstoff führen. Was machen mit dem Gelände des alten Opernhaus. Ein riesiges Filetstück mitten in Köln. Die Sache könnte man nicht wie beim Gelände des Polizeipräsidium auf ewige Zeit vertagen. Und eine ansatzweise gute Idee war von den Ratsmitgliedern bei der Diskussion Modernisierung oder Neubau nicht zu hören.

Das Kulturamt wird die Sache noch mal nachrechen, das Provisorium wird auf den Papier 10 Millionen Euro billiger und wir werden uns mit der modernisierten fünfziger Jahre Oper zufriedengeben, obwohl für gleiches Geld ein archtektonisches Highlight als Opernhaus zu bekommen gewesen wäre.

aber wie sagt man noch: die können eben nur klein klein.

Ps: Oben sehen Sie: Palau de les Arts Reina Sofía - Oper und Musikpalast mit vier Sälen auf 37.000 m² Gesamtfläche; die Baukosten betrugen 300 Mio. €. Das Opernhaus wurde am 25. Oktober 2006 eröffnet.

Weitere Informationen: http://www.kazakov.de/santiago-calatrava.html

05
Mai

Charity in Köln

Charlotte Feindt hatte einmal mehr handschriftlich zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung eingeladen. Die Kölner “creme de la creme” traf sich im Excelsior - Hotel Ernst, eingeladen, nicht nur um in den Mai zu tanzen, sondern vor allem um Spenden für den “Förderverein Herzzentrum der Universität Köln“ zu sammeln. Eine Kölner Charity Partie.

“80 ausgewählte Professoren, Unternehmer, Erben und Selfmade-Millionäre gaben sich die Ehre und spendeten mehr als 8000 Euro”, berichtet der Kölner Express in seinem Artikel: So tanzte die feine Gesellschaft in den Mai

8000 € sind für den Verein sicher eine nette Summe. Für Kölns “creme de la creme”sind dies aber gerade mal schlappe 100 Euro pro Nase.

Hallo Professoren, Unternehmer, Erben und Selfmade-Millionäre:

Schämt Ihr Euch nicht oder zählt ihr Euch schon zum verarmenden Mittelstand?